Durchbruch nach Szomor!  • Das fertige Diorama!

Bei diesem Diorama handelt es sich um eines der härtesten Kapitel des Zweiten Weltkrieges. Neben Stalingrad, Charkow 1943, Tscherkassy 1944 etc., zählt der Kampf um Budapest und der anschließende Ausbruch aus der Stadt mit zu den fürchterlichsten und erbarmungslosesten Kampfhandlungen von November 1944 bis zum 11. Februar 1945. Budapest war vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten und die Sowjets fuhren mit allen Registern ihres unerschöpflichen Materials auf. Unaufhörliche Bombardements aus der Luft und durch ihre massive Artillerie um die Stadt herum, machten aus Budapest eine infernalische Hölle ohnegleichen, eine Kakophonie aus Explosionen und MG-Feuer. Drei Versuche des “Unternehmen Konrad”, die Stadt zu entsetzen, scheiterten an Schlamm, Schnee und Kälte. Der Ausbruch aus diesem Inferno MUSSTE also erfolgen. In der Stadt kämpften Einheiten der 13. Panzerdivision, der SS-Kavallerie-Divisionen “Florian Geyer” und “Maria Theresia” sowie der Division “Feldherrnhalle”. Am 11. Februar um 8.00 Uhr abends begann der Ausbruch. Nachdem die Sowjets “Wind” davon bekamen, wurde ein gnadenloses Feuer aus Artillerie, MG’s und Granatwerfern etc. auf die Ausbrechenden eröffnet. Dadurch, dass zerstörte und brennende  Fahrzeuge und Panzer die Straßen vollkommen blockierten und die Soldaten in dieser Hölle nicht sofort Lücken zum Ausbruch fanden, waren sie schutzlos dem vernichtenden Feuer der Sowjets ausgeliefert. Infolgedessen mussten sich die Ausbrechenden in verschiedene Gruppen aufteilen, um die feindlichen Linien zu durchstoßen.

Durch noch immer tiefen Schnee schlugen sich nun die Überlebenden Richtung Westen vorbei an der Ortschaft Perbal in Richtung Szomor durch. Hierbei mussten noch gefährliche russische Linien überwunden werden. Durch Funksprüche, die glücklicherweise die deutschen Linien bei Szomor erreichten, darunter die 13. Kavalleriebrigade und Einheiten der “Wiking”, fuhr man den Überlebenden mit Schützenpanzern entgegen und nahm die vollkommen Erschöpften und Verwundeten auf. Die Schützenpanzerwagen waren daher restlos beladen. Diese Situation habe ich versucht, in diesem Diorama zu veranschaulichen. Ich hoffe, es ist mir gelungen.

Von den 28.000 deutschen und ungarischen Soldaten, die den Ausbruch versuchten, erreichten nur etwa 600-700 die deutschen Linien.  Die Truppen in Budapest mussten letztendlich kapitulierten …

Letzte Handlung am Dio-Sockel. Eine stark verdünnte Lasur aus MIG’s “Dark- und Brown-Wash zog sofort in den Holzsockel ein und wirkt trotzdem nicht aufdringlich.

Es lassen sich auf diesem Bild 3 Ebenen erkennen: Rechts im Bild die Mulde mit der 7,5cm-Pak, dann das nach hinten ansteigende SdKfz. 251 mit den aufgelsessenen Grenadieren und dann die “Höhe” mit Ruine und Strommast. Durch diese “Drei ” gewinnt ein Dio immer an Dynamik.

Das SdKfz. 250 tastet sich vorsichtig mit müden Grenadieren vor.

Der Kommandant des SdKfz. wird durch einen Kameraden auf das “Chaos hinten” hingewiesen. Im Vordergrund sind Holzfässer sowie Schubkarre und kaputter Zaun etc. von MiniArt mit eingefügt. Der schmelzende Schnee stammt aus dem “Winter Set” von AMMO.  Auch das wollte ich einmal ausprobieren.

Hier sieht man gut Fässer, Mistgabel und Schaufel von MiniArt, während der Grenadier mit dem Feldstecher im Schutze des SdKfz.250 gleich das Gelände absuchen wird.

Und wenn die Tauben noch so klein sind:  Es muss ALLES sorgfältigst bemalt werden.

Der Blick “von oben” zeigt die Details, bemalt mit Farben von Vallejo und AK.

In diesem dramatischen Bild wurden die ersten Verwundeten bereits vom Fahrzeug genommen und vorerst davor plaziert, bevor es in’s Lazarett geht.

Man kann den Soldaten ihre Erschöpfung richtiggehend ansehen. Auch hier kamen Vallejo- und AK-Farben sowie AK-Pinsel zum Einsatz.

Hier spiegelt sich noch einmal die ganze Dramatik des “Durchbruchs” wider. Die größte Herausforderung bei dieser ganzen Geschichte war die Positionierung der Figuren. Ich komme noch darauf zu sprechen.

Zum Abschluss noch eimal das Dio in seiner Gesamtansicht!

Schlußbetrachtung:

Wie gesagt, war die größte Herausforderung das Positionieren und das Interagieren der Figuren untereinander, da es ja nicht gerade wenige waren. Wichtig ist, dass Alles, einschließlich der Fahrzeuge und der Ruine, kompakt erscheint, das heißt, dass sich kein Teil auf dem Dio verlieren darf. Es erfordert zudem ein gehöriges Maß an Geduld. Dafür, dass das Dio nicht größer als 23 x 23 cm ist, hoffe ich, dass es mir gelungen ist und man diese Bilder trotz dieses dramatischen Geschehens auf sich wirken lässt und als Inspiration für eigene Projekte zu Hilfe nimmt.

Mein Dank gilt wie immer den “Berliner Zinnfiguren” und Joachim Goetz .

Bis bald

Frithjof Greiner

Posted in Werkbank.

One Comment

  1. Eine unglaubliche Arbeit, Herr Greiner! Leider muss ich modellbauerisch aus gesundheitlichen Gründen gerade pausieren. Umso mehr gefallen mir diese ganzen kleinen Details. Vor allem die Tauben haben es mir angetan – den Bausatz von MiniArt habe ich nämlich auch und ich kann nachvollziehen, was für eine Filigranarbeit das war. Danke Ihnen auch für den geschichtlichen Hintergrund – der war mir so auch gar nicht bekannt. Klasse, von Ihnen wieder so ein überragendes Werk zu sehen!

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