Enzyklopädie der gepanzerten Fahrzeuge
Band 2
Mig Jiminez

Hier nun die Besprechung des zweiten Bandes der Enzyklopädie : „Inneneinrichtungen & Grundfarben”. 



      

 

Wie schon erwähnt, beginnen alle fünf Bände mit einem Vorwort. So auch im zweiten Band dieser absolut gelungenen Reihe. In diesem Vorwort erklärt Mig aus seiner Sicht, warum uns Modellbau so in seinen Bann zieht und uns teilweise auch schlaflose Nächte bereitet. Warum wir trotz der teils vernichtenden „Kritiken” der „Modellbaupäpste” immer wieder neu beginnen, darüber möge sich der Leser und Betrachter selbst ein Bild machen. Ich sehe in diesem Vorwort jedenfalls eine Aufforderung, mutig zu sein und seinen Modellbauweg zu gehen und sich an jedem fertig gestellten Projekt, sei es „nur” ein einzelner Panzer, ein Diorama oder eine Vignette, zu erfreuen. Um Schwierigkeiten zu überwinden, dazu verhelfen diese fünf Bände.

Waren es im ersten Band die Kapitel 1-3, so geht es im zweiten praktisch nahtlos mit den Kapiteln 4-6 weiter: 

Materialien und Referenzen für die Bemalungsphase, Bemalung von Inneneinrichtungen sowie die Außenbemalung. 

Am Anfang des vierten Kapitels werden die Werkzeuge und Materialien behandelt. Eingangs werden verschiedene Airbrushes besprochen ebenso die Wahl der Kompressoren. Es folgen Pinsel in verschiedenen Größen, die für das Verwittern bzw. Altern und für Farbabplatzer benötigt werden. Auch auf die Qualität der Pinsel wird hingewiesen. Auf den folgenden beiden Seiten finden wir Klebeband sowie Maskier-Knete bzw. Maskierflüssigkeit. Was dann noch an verschiedenen Farben, sei es Acryl, Enamel oder auch Verdünnungen gezeigt wird, ist nur ein geringer Teil dessen, was dem Modellbauer zurzeit zur Verfügung steht, denn das Angebot, um es milde auszudrücken, erschlägt den Suchenden.

Im zweiten Abschnitt geht Mig auf die Referenzen zur Bemalung ein. Hier ist es ebenfalls ein Berg an Magazinen, welche zurzeit angeboten werden. Mig warnt auch davor, nicht jedem Bemalungsmagazin Glauben zu schenken, da vieles schlicht und einfach falsch ist. Ebenso ist beim Internet Vorsicht geboten, denn die meisten Modellbauer lobpreisen ihre Tarnanstriche als die einzig wahren.

Abschnitt 3 beginnt mit der Vorbereitung zur Bemalung. Latex-Handschuhe, Schutzmaske für Airbrush-Arbeiten, Klemmen zum Festhalten beim Sprühen sollten griffbereit sein. 

Das fünfte Kapitel öffnet sich mit dem Bemalen der Innenräume von Autos, Lkw´s, gepanzerten Fahrzeugen ( AFV ) sowie der Motoren und ist einfach nur als großartig zu bezeichnen. Der bemalte Innenraum des Tiger I auf Seite 21 zeigt, was den Leser noch erwartet. Es folgen grundlegende Bemalungstechniken für Pkw und Lkw, die dann später in der Detailbemalung von Armaturenbrettern gipfeln. Gepolsterte sowie hölzerne Sitze erfahren ebenso ihr realistisches Aussehen einschließlich Verwitterung. Der absolute Höhepunkt findet sich im zweiten Abschnitt des Kapitels und zeigt die Innenraumbemalung bzw. Alterung von gepanzerten Kampffahrzeugen ( AFV ).

Alleine schon die Innenwände des Tiger –I-Turmes mit Alterungsspuren ist unglaublich. Übrigens bei jedem abgebildeten Arbeitsschritt sind die dazugehörigen Farben bzw. Alterungsfilter zu sehen. Am Schluss des Kapitels werden dann noch fertig bemalte und gealterte Innenräume vom Tiger I und Sdkfz. 251 gezeigt. Einfach unglaublich.

Der dritte Abschnitt des fünften Kapitels beginnt mit der Bemalung von Panzermotoren. Am Beispiel des Tiger-I- Motors wird anschaulich demonstriert, wie von der Grundbemalung bis hin zur Vollendung mit Pigmenten, Filtern und Graphit ein wahrer „Hingucker” entsteht. Die Abschlussarbeiten bestehen aus dem Aufbringen von Öl-und Schmierstoffen. Ebenso erfährt die Gestaltung des Motorraumes mittels Rost- und Gebrauchsspuren die gleiche Sorgfalt. Das sechste Kapitel beschließt mit der Außenbemalung der Fahrzeuge in sechs Abschnitten den zweiten Band der „Enzyklopädie”.

Neben der Vorbereitung der Bauteile gibt es einen kurzen Überblick zur Organisation der Arbeitsschritte, um den Bemalungsvorgang in der Reihenfolge zügig zu gestalten. Räder und Ketten sowie die separate Lackierung der Ausrüstungsgegenstände wie Spaten, Hammer etc. werden vortrefflich bildlich veranschaulicht.

Der Bemalung mit dem Airbrush gehen die Erklärungen der verschiedenen Farbarten, Verdünnern und ihren Eigenschaften voraus. Was ich für einen enormen Pluspunkt halte, ist neben der ausführlichen Erklärung über die verschiedenen Grundierungsarten das Reinigen und Warten der Airbrush-Pistolen. Umfassend wird auf die Reiniger hingewiesen, auf die man zurückgreifen kann. Besondere Beachtung wird dem Zerlegen und Zusammensetzen der Airbrush-Pistole geschenkt.

Gegen Ende dieses zweiten Bandes wird man über das Abkleben der Fahrzeuge für die Tarnbemalung und das Aufbringen von Trocken-und Nassschiebeabzeichen genau informiert, selbst gemachte Schablonen inbegriffen. Hingewiesen sei besonders darauf, dass natürlich die einzelnen Abschnitte reichhaltig bildlich veranschaulicht werden. Nach dem Studium dieses Bandes steht dem praktischen Ausprobieren nichts mehr im Wege.

Möge der Modellbauer geistig bereits jetzt einen Schritt nach vorne getan haben. Der Weg zu Band drei „Tarnung ” ist dann geebnet. Viel Erfolg beim Ausprobieren.

Fritjhof Greiner

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