Enzyklopädie der gepanzerten Fahrzeuge
Band 3
Mig Jiminez

Besprechung des dritten Bandes der „Enzyklopädie der gepanzerten Fahrzeuge ” von Mig Jimenez. 



   

 

Widmen wir uns nun dem dritten Band und sehen bereits auf dem Schutzumschlag das Foto eines herrlich verwitterten, mit Rest-Wintertarnanstrich abgebildeten russischen T-34. Man kann erahnen, was uns diesmal erwartet. 

Wie schon in den Bänden zuvor beginnt Mig mit einer lesenswerten und ebenso erfrischenden Einleitung. Er erklärt, was es für ein Gefühl ist, einem Panzer gegenüberzustehen oder auch mit ihm zu arbeiten, die Ausrüstungsgegenstände und Werkzeuge zu begutachten und sie auf unsere Modelle zu übertragen. Ebenso vergleicht er die gepanzerten Fahrzeuge mit Bauwerken, da auch sie den äußeren Einflüssen, sprich Sonne und Hitze, Regen, Matsch, Schnee und Kälte ausgesetzt sind. Dies bei den Modellen umzusetzen, macht allein schon den Reiz dieser Fahrzeuge aus. Vielleicht werden dann auch eingefleischte „Panzergegner ” zu der Einsicht gelangen, dass ein Panzer keinesfalls nur eine stählerne „Kriegsmaschine ” ist.

Der Band umfasst alle Tarnanstriche in den verschiedensten Schwierigkeitsgraden, ob scharf – oder weichkantig und ab wann es sinnvoll ist, anstatt des Airbrush den Pinsel anzuwenden. Lackabplatzer, Streifen und Flecken werden peinlichst genau dargestellt.

Ebenso die Wirkung der verschiedenen Verdünner auf das Endergebnis wird behandelt und natürlich soll es Freude machen, sich mit der Verwitterung und Alterung der Modelle zu beschäftigen. 

Wie bereits erwähnt, gehen die Kapitel von Band zu Band nahtlos ineinander über. So handelt es sich im dritten Band um die Kapitel 7 und 8. Kapitel 7 ist in sieben Abschnitte unterteilt. Den Anfang macht Abschnitt 1 mit Materialen und Referenzen für die Tarnmuster-Bemalung. Zu allererst werden die dafür erforderlichen Werkzeuge wie Klebeband, Maskol für schwer zugängliche Stellen sowie das sogenannte „Maskier-Putty” besprochen.

Werkzeuge wie Schere, Stahllineal und Skalpell inbegriffen. Als das am meisten benutzte Werkzeug für die Darstellung der Tarnanstriche fungiert natürlich die Airbrushpistole. Es folgen für die Farbschemata verschiedenste für bestimmte Tarnanstriche zusammengestellte Farbsets und, was ich für eine gelungene Erfindung halte: Das Oilbrusher-Set für das Auftragen verschiedenster Farbpunkte zum homogenen Verblenden für Farbfilter. 

Als Referenzen für die Tarnanstriche, von den Bemalungsanleitungen der Bausätze abgesehen, steht dem Modellbauer ein fast unerschöpfliches Angebot zur Verfügung. Hauptsächlich im Internet. Mig rät aber, sich gründlich zu informieren und auch nicht jeder Publikation Glauben zu schenken. Soweit möglich, sollte man nach Originalfotos suchen. In den meisten Fällen, besonders in den neueren Modellbaubüchern etc. ist die Tarnbemalung ziemlich genau dargestellt. Weiter geht es im Abschnitt 2 mit den mehrfarbigen Tarnmustern.

 

Hier beschreibt Mig, wie mit scharfkantigen, mehrfarbigen Tarnmustern zu verfahren ist, indem man sie mit dem Pinsel vorzeichnet und dann je nach Größe der Tarnflecken entweder mit dem Airbrush oder auch weiterhin mit dem Pinsel ausmalt. Darüber hinaus geht Mig auf die Tücken ein, wenn Tarnmuster mit Hilfe von Klebe-bzw. Abdeckband erstellt werden sollen. Um saubere Linien zu gewährleisten, sollte noch zusätzlich Putty oder Maskol mit von der Partie sein. Besonders eindrucksvoll ist das Entstehen des Tarnmusters beim Sdkfz.251 auf Seite 26 / 27. Es folgen weiterhin Beispiele mit Jagdpanther und Panzer IV. Über die weiteren Verfahrensweisen in diesem Abschnitt mit Tarnmustern möge sich der nun hoffentlich begeisterte Modellbauer selbst informieren. 

Hochinteressant geht es in Kapitel 3 mit abgeplatzter Farbe weiter. 

Mig erläutert hier den Umgang mit den „Chipping-Fluids” und was man unbedingt beachten sollte. Natürlich werden auch andere Methoden behandelt, mit denen man Abplatzer darstellen kann wie Aufmalen oder die Schwammtechnik. Alles anschaulich und verständlich. Es folgen Seiten mit Modellen, an denen dies alles verdeutlicht wird, vor allem auch WO am Fahrzeug die abgeplatzte Farbe logischerweise aufgebracht werden sollte. Nicht vergessen sollte man, dass auch das Trockenmalen dazu geeignet ist, Lack-und Farbabplatzer zu erzeugen. Auf den Seiten 62-65 hervorragend an Jagdpanther, Panther und Tiger I demonstriert. 

Der vierte Abschnitt des Kapitels widmet sich den Filtern, den sog.“Washes” und den Ölfarben. Auf den nächsten Seiten wird bis Ende des Kapitels auf die fast schon unendliche Bandbreite der zur Verfügung stehenden Produkte und ihrer Anwendung eingegangen. Die Vorgänge einzeln zu beschreiben, wäre eine Jahresaufgabe. Schließlich soll sich der Modellbauer selbst ein Bild machen und sich für seine „Methode” und die Nutzung dieser fabelhaften Hilfsmittel entscheiden. Gegen Ende des Bandes werden der unumgänglichen Wintertarnung sowie auch dem „Wüsteneinsatz” größte Aufmerksamkeit zugebilligt. Blanke Metalloberflächen, Licht -und Modulationstechniken sowie ein Einblick in die „Schwarz-Weiß-Technik” beschließen den dritten Band dieser äußerst gelungenen Reihe.

Mit den Bänden Vier „Weathering” und Fünf „Feinschliff” nähern wir uns dann dem Höhepunkt der „Panzerei!” Sind wir gespannt!

Fritjhof Greiner

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