Das Karsten Pöpping ein Faible für den Wilden Westen hat, ist hinlänglich bekannt. So befasst sich auch sein neuestes Meisterwerk mit diesem Thema. Manche Dioramen-Projekte sind echte Herausforderungen und verlangen nach Geschick, Können und ganz, ganz viel Geduld.
Die Szene mit den Apachen, die einen US-Army-Planwagen überfallen, ist eines dieser Mammut-Aufgaben. Von der ersten Skizze, über die Bemalung der Figuren und Pferde, bis hin zur Gestaltung der Landschaft und dem schlussendlichen Anbringen des Sockelschildes, hat Karsten fast anderthalb Jahre benötigt. Alleine für diese Ausdauer und Geduld zolle ich ihm den höchsten Respekt – und es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Im Mittelpunkt des Dioramas steht der Planwagen aus dem Hause Andrea Miniatures. Auch wenn es sich um einen älteren Bausatz handelt, so hat er nichts an seinem Charme und seiner Aussagekraft verloren. Die meisten Protagonisten sind ebenfalls aus dem Programm von Andrea. Hinzu kommen noch der laufende Apache und der Geronimo mit dem erhobenen Gewehr aus der Figurenschmiede von Altores und der berittene Medizinmann kommt aus Italien von der Firma Piersergio Allevi. Die Klapperschlange und die beiden Geier sind von Oliver Späth kreiert worden.


Im Bausatz des Planwagens ist eine Grundbase enthalten, die Karsten in die gesamte Szene integriert hat. Aus Naturmaterialien, wie Bruchschiefer, kleinen Steinchen, feinem Sand, kleinen Holzästen und vielem mehr, wurde die Landschaft gestaltet. Mit einer sorgfältigen Grundierung bekommt das Ganze den nötigen Halt.



Größte Sorgfalt wurde bei der Bemalung des Planwagens aufgebracht. Auf einer Grundlage mit Acrylfarben erfolgten die Alterungsspuren und das Ausbleichen der Holzpartien mit Washings aus Ölfarben. Die Beschriftungen sind mit Hilfe von Decals entstanden. Die Schatten auf der Stoffplane hat Karsten mit der Airbrushpistole aufgesprüht.

Das Bemalen der Figuren hat sicher die meiste Zeit in Anspruch genommen. Das Schaustück beinhaltet 8 Pferde, die Karsten meisterlich zum Leben erweckt hat.

Typisch für die Wildpferde der weiten amerkanischen Steppen, sind die “Colorpainted” Mustangs. Ihre bunten und facettenreichen Fellmusterungen sind zwar schwierig zu malen, aber ein absoluter Hingucker auf jedem Diorama. Dieses Unterfangen stellt für Karsten anscheinend kein großes Problem dar!

Die blauen Uniformen der Soldaten, natürlich eingestaubt durch den langen Ritt durch das karge Ödland, verbreiten ein interessantes Farbspiel und stehen im schönen Kontrast zur sandfarbenen Base!



Hautpartien und Stofflichkeiten, wie gegerbtes Leder, sind immer wieder Herausforderungen!

Der Medizinmann zu Pferde. Diese Miniatur lebt von ihrer Dynamik und den wunderschönen, kleinen Details.

Das fertige Diorama in der Gesamtansicht von Vorne.



Auf der Steinsäule sitzen die beiden Namensgeber des Dioramas … und warten auf das Mittagessen! (Für Insider heissen die beiden übrigens Daniel und Peter!)

Vielleicht bleibt ja für die Klapperschlange auch noch etwas übrig…!


Es gibt so viele Details zu betrachten…!

Das Fell des Mustangs setzt sich sehr gut vom Untergrund der Base ab, wirkt aber dennoch sehr harmonisch. Kleine karge Pflanzen, diese hier sind aus Seegrassbällchen gezupft, runden den Gesamteindruck ab. Die Kakteen stammen aus dem Programm von RT-Diorama und sind im 3D-Druckverfahren aus Resin hergestellt.


Das komplette Schaustück in der Seitenansicht. Karsten hat mir erzählt, dass er von Anfang an, ein recht festes Bild von dem Diorama im Kopf hatte. Trotzdem sind einige Dinge doch während der Schaffungsphasen geändert oder ausgetauscht worden. So sind, zum Beispiel, zwei geplanten Apachen wieder verschwunden, weil sie doch nicht wirklich ins Konzept passten. Das Sockelschild ist aus Holz und wurde per Lasercutter eingebrannt – und passt sich so perfekt an, ohne störend zu wirken.
Ich bin ein großer Fan von Karstens Arrangements und freue mich jedesmal darauf, seine Schaustücke live zu sehen! Seine Liebe und Leidenschaft für Details und kleine Hingucker ist auch nach dem 4ten Mal Hinschauen immer noch faszinierend!
Unser Dank gilt Karsten für die tollen Bilder – und wir freuen uns jetzt schon auf seine nächsten Diorama-Ideen!
Joachim Goetz
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Das ist ja unfassbar, was da an Detailarbeit und Dynamik auf die Fläche gebracht wird. Und zwar in Disziplinen, die ich IMHO eigentlich nicht wirklich beherrsche – als hauptsächlich Pferde, aber eben auch Tiere. Es wundert mich nicht, dass Karsten Pöpping anderthalb Jahre daran arbeitet – und da hat sich aus meiner Sicht jeder Tag gelohnt. Herzlichen Dank fürs Posten und für die Anregung!
Vielen Dank !!
Ich freue mich sehr, wenn das Diorama gefällt, dann hat sich all die Mühe gelohnt.
Aber jede, na ja, fast jede Minute hat auch Spass gemacht.
Danke für die Veröffentlichung an die Berliner Zinnfiguren und Joachim für die Arbeit !!!
Viele Grüsse
Karsten