“Richtung Remagen!” – 1:35er Vignette mit der Tamiya German Infantry

                   

Nachdem ich in einem der letzten Werkbank-Blogs der “Berliner Zinnfiguren” die neue Figurengruppe von Tamiyas deutscher Infanterie besprochen und zusammengebaut habe, möchte ich nunmehr die Kameraden fertig bemalt in einer kleinen Vignette präsentieren.

Es soll keine Lehrstunde über meine Art der Figurenbemalung werden, aber vielleicht kann der Eine oder Andere durch das Betrachten der Bilder etwas “mit nach Hause” nehmen. Lediglich den ausgebrannten Volkswagen will ich etwas näher unter “die Lupe” nehmen und ein paar Tipps beisteuern. Doch zuvor zur Vignette bzw. zum Kleindiorama.

Das Diorama spielt in den letzten Kriegswochen im Raum Remagen, wie den Wegweisern zu entnehmen ist. Man hätte die Figuren auch für ein Stalingrad-Diorama verwenden können. Aber ich denke, sie passen gut ins Rheinland. Nach langem Überlegen kam ich zu dem Schluss, dass ich noch über zwei kleine Bausätze verfügte, die ich nun endlich einmal verbauen wollte: Es handelte sich um den Brunnen aus dem Italeri-Sortiment (den gab es bereits in den Siebzigern) und den Afrika VW-Käfer von CMK.

Der Brunnen war im Handumdrehen zusammengebaut, nur der VW brauchte etwas länger, da ich das offene Dach mit Bleifolie verschloss, um dasselbe dann beschädigt darzustellen. Auch die Sitze bohrte ich auf, da ja das ganze Gefährt später ein Raub der Flammen werden sollte. Nachdem ich alles beieinanderhatte, kam wie immer die leidige “Stellprobe”. Nach langem Hin und Her war ich dann mit dem Platzieren von Brunnen und Gefährt zufrieden.

Als kleine Diorama-Basis dienten zwei Bilderrahmen, die irgendwo im Keller ihr Dasein fristeten. Einer hatte die Größe von 21 X 16 cm, worauf ich einen zweiten mit den Maßen 16×14 cm befestigte. Ein Stück Styrodurabfall diente als “Straße”, in die ich Pflastersteine einritzte. Der Brunnen und der VW wurden befestigt, ebenso die Straßenlaterne von Mini-Art und dann konnte alles mit Vallejo Primer schwarz grundiert werden. Der Dio-Rahmen wurde mit Maskierband abgeklebt und dann konnte noch einmal mit Tamiyas Deck Tan XF-55 übersprüht werden.

Nach der Grundierung!

Ein schönes Diorama-Zubehör aus dem Programm von Italeri!

Der Brunnen wurde mit stark verdünnten Grautönen von Vallejo coloriert.

Der ausgebrannte VW!

Zugegeben, man sollte nicht denken, ein ausgebranntes Gefährt wäre einfach und “mal eben” darzustellen. Ein paar Rosttöne und die Sache wäre erledigt. Bei Weitem nicht, aber hat man es einmal raus, macht es richtig Spaß. Vielleicht hilft dies hier weiter: Ich habe den VW mit Tamiyas Red Brown XF-64 übersprüht. Danach folgt Flat Brown XF-10 (ein andere Braun tut es natürlich auch). Es folgen hellere Brauntöne, die mit Orange vermischt werden. Dies geschieht dann mit Vallejo Model-Color. An ausgewählten Stellen wird dann Vallejo Weiß aufgetragen, was dann später ausgeglühtes Metall darstellen soll. Zum Schluss werden dann noch Humbrol-Farbe (rötlich) mit Rostpigmenten von MIG vermischt und ebenfalls an verschiedenen Stellen aufgetupft. Mit Terpentinverdünnung wird alles verblendet und es entsteht ein ausgebrannter Zustand. Ein Gemisch aus schwarzen und weißen Pigmenten erzeugt ein zusätzlich verbranntes Aussehen. Wie gesagt, dies ist nur eine kleine Hilfestellung, denn ich möchte nochmals betonen, dass Jeder seine eigene Methode und Vorgehensweise besitzt.

Da hilft keine Politur mehr!

Aufwendig bemalt und gealtert wird der Käfer zum echten Hingucker!

Etwas möchte ich jetzt auf keinen Fall vergessen: Die Wegweiser!

Sie stammen aus dem Programm von “Style-Design” von Thomas Bäcker und wurden mir von meinem Freund Joachim Goetz empfohlen und zugeschickt. Es sind Lasercut-Arbeiten und großartig gestaltet. Wer will, kann diese noch farblich behandeln. Sie werten ein Diorama ungemein auf.

Nachdem nun alles – Figuren, Brunnen, VW, Wegweiser und etwas Schutt – übersichtlich platziert sind, wünsche ich Euch viel Spaß beim Betrachten der Bilder und hoffe, ich konnte den Einen oder Anderen dazu inspirieren, öfter mal ein ausgebranntes “Vehikel” mit einzubeziehen. Meinem Freund Joachim Goetz sage ich wie immer Dank für die tolle Gestaltung des Blogs und dem Team der Berliner Zinnfiguren für die immer hervorragende Beratung in Sachen Literatur, Farben etc.

Viel Erfolg Euch Allen!

Frithjof Greiner

Veröffentlicht in Werkbank.

4 Kommentare

  1. Super Vignette – sehr schön bemalte Figuren! Aber Remagen passt nicht mit schwarz-weiß-rot rechts auf den Stahlhelmen, das gab es 1945 nicht mehr. Stalingrad eher…

    Gruß Fedja

  2. Da können Sie richtig liegen . Ich habe mich erst in letzter Minute für “Remagen” entschieden und deshalb wollte ich nicht mehr an den bereits fertigen Figuren etwas abändern . Es wären zwar nur ein paar Pinselstriche gewesen, aber ich ließ es dann trotzdem sein. In der Endphase des Krieges gab es sicherlich noch Helme, die noch ein paar abgenutzte Abzeichen aufwiesen. Aber trotzdem danke für den Hinweis , ich werde es mir merken. Ich freue mich aber ,daß Ihnen das kleine Dio gefällt !
    Viele Grüße und bleiben Sie gesund !
    Frithjof Greiner

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