“Verfolgung ” • SdKfZ 251 “Wiking” Bajot • Ungarn März 1945

Liebe Modellbaufreunde,

hier nun mein neuestes fertiggestelltes Diorama. Bevor ich auf Einzelheiten eingehe, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass die Erwähnungen von Waffen-SS und Divisionsabzeichen lediglich der Militärgeschichte geschuldet sind und nichts mit Verherrlichung und dergleichen zu tun haben.

Einführung in das Diorama!

Im Mittelpunkt steht ein Schützenpanzerwagen, sprich SdKfz 251 der Panzerdivision “Wiking” während des Unternehmens “Frühlingserwachen” und ein VW-Schwimmkübel im März 1945 im Raum Bajot/Tarjan. Das Fahrzeug ist voll besetzt mit aufgesessenen Grenadieren dieser Division, darunter auch zwei Panzermänner, deren Panzer wahrscheinlich durch Spritmangel aufgegeben werden musste oder im Schlamm stecken blieb und die jetzt eine willkommene “Mitfahrgelegenheit” finden.

Der kyrillischen Schrift der Ortsschilder kann man entnehmen, dass sich Fahrzeug und Grenadiere bereits mitten in den russischen Linien befinden. Ein Schild weist Richtung Budapest. Zerstörte Zäune und umherirrende Nutztiere lassen darauf schließen, dass hier bereits Kampfhandlungen stattgefunden haben. Daher weist der Kommandant des SPW den Fahrer des Schwimmkübels an, die Verfolgung des Gegners aufzunehmen. Der SPW wird nachstoßen. Die kurze Zeit bis zum Nachsetzen wird genutzt, um sich noch mit etwas Essbarem einzudecken. So hat ein Grenadier noch zwei Stallhasen ergattern können, die er einem Panzersoldaten im SPW stolz präsentiert. Dieser wiederum zeigt eine Flasche Tokaier, dem ungarischen Nationalgetränk. Es hat den Anschein, als wollten die beiden sagen: “Wenn wir das hier überstehen, gibts Hasenbraten und Tokaier”. Doch was wird die Verfolgung bringen? Entweder massiven sowjetischen Gegenstoß, Aufgabe wegen Spritmangels oder gar Steckenbleiben im Schlamm? Das weiß von den Beteiligten keiner.

Das Diorama!

Wie ich schon öfters erwähnte, ist die Zeit der großen Dioramen mit zehn Fahrzeugen und unzähligen Figuren vorbei.

Ich habe mich wieder dazu entschlossen, meine Dioramen nicht größer als
22 x 22 cm werden zu lassen, es sollte dafür aber kompakter werden, indem ich über zehn Figuren allein im SPW unterbringen wollte. Allein dadurch gewinnt die kleine Fläche einen Mittelpunkt. Der VW-Schwimmkübel steht etwas abschüssig nach unten. Den Höhepunkt bildet der auf einer Anhöhe stehende ungarische Ziehbrunnen.

Ich denke, dass ich auch die restlichen Figuren sowie Kuh, Ziege und Hühner gut platziert und alles zu einer Einheit zusammengefügt habe und daher nichts überladen wirkt.

Zeitintensiv!

Und jetzt kommt es: Trotz der kleinen Fläche war dieses Diorama das zeitaufwendigste, das ich jemals gebaut habe. Angefangen vom Umbau der Figuren bis zum Entscheidendsten: der Bemalung. Größte Sorgfalt bei den Gesichtern, Ausrüstung und Uniformen standen im Vordergrund. Danach wurde jede Figur noch einmal begutachtet, bevor sie im SPW “verewigt” wurde. Kuh, Ziege und Hühner sowie der Ziehbrunnen wurden der gleichen Sorgfalt unterzogen. Übrigens die vereinzelten Gräser entstanden aus Brennnesseltee.

Kurz zur Bemalung des SPW

Dazu brauche ich Euch nicht viel zu sagen: Dreifarben-Tarnung, Klarlack und jetzt kommen die hervorragenden Abwasch-Weiß-Farben von MIG und AK zum Einsatz. Mit dem Pinsel aufgetragen und sofort wieder entfernt, hinterlassen sie einen hervorragenden abgenutzten SPW. Passende Filter drauf und fertig. Aber wem erzähle ich das. Fresh-Mud und Pigmente “Dark Earth” von MIG ergeben dunkle ungarische “Straßenverhältnisse”.

Die Figuren

Die aufgesessenen Grenadiere in ihren Parkas stammen aus dem Set “Totenkopf-Division” von Mini-Art. Die an sich gut gestalteten Figuren schwächeln etwas in der Modellierung der Köpfe. Um hier ein gutes Ergebnis zu erzielen, wurden alle Köpfe durch Hornet oder Alpine-Accessoires ausgetauscht. Allein die Platzierung der neuen Köpfe erfordert bei so vielen Figuren einen nicht zu unterschätzenden Aufwand.

Liebe Modellbaufreunde, ich hoffe, Ihr habt Freude bei Text und Fotos und ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg. Meinem Modellbaufreund Joachim Goetz danke ich herzlich für das Sockelschild. Er ist mir immer eine große Hilfe. Ebenso geht mein Dank an meinen Klassenkameraden Michael Bocklisch für die immer tollen Fotos sowie an meinen Freund Günther Sternberg für wertvolle Tipps was die Bemalung betrifft.

Und der Sinn dieses Dioramas ist: Auf kleiner Fläche alles passend zu platzieren.

Bleibt alle gesund!

Frithjof Greiner

Veröffentlicht in Werkbank.

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